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Galerie | Hochstaetten Felsenmeer
Das Felsenmeer mit seinen Riesen, dem Permafrost und römischen Werkstücken Die 1. Familienwanderung des Odenwaldklub Bensheim startete auf einem Parkplatz kurz hinter Hochstädten und führte hinauf zum Felsenmeer. Die zwei Vierzehnjährigen, in Begleitung ihrer Oma, gingen auf eigene Faust los. Das Wanderzeichen SJ 2 führte sie zum Ziel. Auf den ersten Felsen, mit Blick auf den Wanderweg, verköstigten sie das mitgebrachte Essen und empfingen ausgeruht die später eintreffende Wandergruppe. Während die Gruppe eine Pause einlegte, eroberten die Jugendlichen das Felsenmeer. Die Entstehung des Felsenmeers, die Sage, sowie auch der geologische Prozess, fand bei den Teilnehmern großes Interesse. Zwei Riesen hausten in der Gegend von Reichenbach, der „Felshocker“ auf dem Felsberg und der „Steinbeißer“ auf dem Hohenstein. Ihre „Riesenreiche“ wurde durch das Lautertal getrennt. Bei einem Streit bewarfen sie sich mit Felsbrocken. Der „Steinbeißer“ hatte viel mehr Wurfmaterial und begrub den „Felshocker“ unter den Blöcken; angeblich hört man ihn heute noch darunter brüllen. Während der letzten Eiszeit vor etwa 12.000 Jahren befand sich der Odenwald in einer Zone des Permafrostes und war nicht vom Eispanzer bedeckt. In den wärmeren Jahreszeiten konnte der Boden ein Stück weit auftauen und Wasser umspülte die Felsblöcke. Der Granit-Grus wurde ausgewaschen und das in den Rissen und Klüften gesammelte Wasser gefror in den Wintermonaten. Mit dem Zurückweichen der Frostgrenze am Ende der Eiszeit kamen die nun freigelegten Blöcke in Bewegung, glitten die Täler hinab und bildeten das Felsenmeer. Der Verwitterungsprozess, der den Gesteinsblöcken ihr typisches Aussehen verleiht, wird in der Geologie als Wollsackverwitterung bezeichnet. Weiter ging es hinauf, vorbei an besonderen römischen Werkstücken (Riesensäule und Altarstein), zum Felsberg. die Riesensäule ist 9,3 m lang und ca. 27,5 t schwer. Drei begonnene Sägeschnitte deuten darauf hin, dass versucht wurde, die Säule zu zerteilen und wegzuschaffen. Am 01.Mai 1980 wurde die Riesensäule durch ein Feuer so stark beschädigt, dass ein Stück abbrach. Der Domstein am Trierer Dom ist ein Rest der Riesensäule. Am Altarstein wurden plattenähnliche Werkstücke abgekeilt, indem zuerst Sägeschnitte in Plattenstärke angesetzt wurden, in die man die Spaltkeile einsetzen konnte. Der Stein hob dabei schön vom Ende des Sägeschnittes seitwärts ab. Nach einer kurzen Trinkpause im Lokal „Ada`s Buka“ trat die Gruppe den Rückweg an. Das Wanderzeichen „N“ (rot) des Nibelungensteigs führte die Teilnehmer, vorbei am Ohlyturm, zurück zum Parkplatz. Der Ohlyturm, ein aus Granit gebauter 27 m hoher Aussichtsturm, markiert den höchsten Punkt des Felsbergs. Mit 514 m über NN ist sein Gipfel nur 3 m niedriger als der des Melibokus. Mit einem Eis in der Eisdiele in Alsbach schloss die 1. Familienwanderung des Odenwaldklub Bensheim ab.